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Ausdauertraining: Tipps, Kosten und Programme

Ausdauertraining stärkt Herz und Kreislauf. Trainingspläne, Geräte, Kosten und Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene. Jetzt Studio finden.

Thomas Berger Thomas Berger Aktualisiert: 04.04.2025 7 Min. Lesezeit
Ausdauertraining: Tipps, Kosten und Programme

Ausdauertraining stärkt Herz-Kreislauf-System, Lunge und Muskulatur, sodass du längere Aktivitäten mit moderater bis hoher Intensität bewältigen kannst. Der Fokus liegt auf der Herzfrequenzkontrolle und schrittweisen Steigerung der Belastungsdauer. Für Einsteiger gilt als Faustregel: zwei- bis dreimal pro Woche, 20 bis 25 Minuten, dann allmählich auf 40 bis 50 Minuten steigern.

Trainingsprinzipien für Anfänger

Eine strukturierte Routine beginnt mit einer Aufwärmphase von fünf bis zehn Minuten leichtem Joggen oder Radfahren. Danach folgt das Kerntraining: 20 bis 25 Minuten in der moderaten Zone bei 60 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Nach sechs bis acht Wochen kannst du die Dauer auf 40 bis 50 Minuten ausbauen.

Ein guter Anhaltspunkt ist der sogenannte Sprechtest: Du solltest leicht außer Atem sein, aber noch einen Satz sprechen können. Das zeigt, dass du im aeroben Bereich trainierst und die Fettverbrennung optimal arbeitet. Wer seine Ausdauer gezielt verbessern möchte, sollte den Trainingsumfang schrittweise und nicht mehr als zehn Prozent pro Woche steigern.

Die drei Säulen des Ausdauertrainings

  1. Grundlagenausdauer (GA1): Langes, moderates Training bei niedriger Intensität. Bildet die Basis für alle weiteren Belastungen und verbessert die Fettverbrennung. Mehr dazu im Artikel zur aeroben Basisausdauer.
  2. Entwicklungsbereich (GA2): Training an der anaeroben Schwelle mit höherer Intensität. Steigert die Leistungsfähigkeit bei mittleren Belastungen.
  3. Wettkampfspezifische Ausdauer: Hochintensive Intervalle, die die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) verbessern. HIIT-Training ist hier besonders effektiv.

Beliebte Ausdauergeräte im Studio

Die meisten Fitnessstudios bieten ein umfangreiches Geräteportfolio für das Ausdauertraining. Jedes Gerät hat spezifische Stärken:

Laufband

Laufbänder ermöglichen kontrollierte Intensität durch Einstellung von Geschwindigkeit und Steigung. Sie sind ideal für Laufeinsteiger, die bei jedem Wetter trainieren möchten. Die Steigungsfunktion simuliert Bergläufe und steigert die Intensität erheblich. Eine detaillierte Übersicht bietet der Artikel zu Laufbandtraining.

Crosstrainer

Crosstrainer wirken gelenkschonend durch die elliptische Bewegung und eignen sich besonders für Personen mit Knie- oder Hüftproblemen. Die Ganzkörperbewegung aktiviert Ober- und Unterkörper gleichzeitig, was den Kalorienverbrauch erhöht.

Fahrradergometer

Fahrradergometer sind ideal für Langzeitbelastungen ohne Stoßbelastung. Die sitzende Position entlastet Gelenke und Wirbelsäule. Besonders für Übergewichtige oder nach Verletzungen ist das Ergometer ein optimaler Einstieg.

Rudergerät

Rudergeräte kombinieren Kraft- und Ausdauertraining und aktivieren rund 80 Prozent der gesamten Muskulatur. Ein 30-minütiges Rudertraining verbrennt etwa 250 bis 350 Kalorien. Für Anfänger empfiehlt sich ein moderates Tempo mit Fokus auf saubere Technik.

Gesundheitliche Vorteile des Ausdauertrainings

Regelmäßiges Ausdauertraining wirkt sich positiv auf nahezu alle Bereiche der Gesundheit aus:

Herz-Kreislauf-System

Ausdauertraining stärkt den Herzmuskel, erhöht das Schlagvolumen und senkt den Ruhepuls. Ein trainiertes Herz arbeitet effizienter und pumpt pro Schlag mehr Blut durch den Körper. Langfristig sinkt das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Stoffwechsel und Gewichtsmanagement

Regelmäßige Cardio-Einheiten steigern den Grundumsatz, verbessern die Insulinsensitivität und fördern die Fettverbrennung. Besonders im aeroben Trainingsbereich nutzt der Körper Fettsäuren als primäre Energiequelle. Wer Ausdauertraining mit Krafttraining kombiniert, erzielt die besten Ergebnisse beim Gewichtsmanagement.

Mentale Gesundheit

Ausdauertraining fördert die Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin. Regelmäßige Bewegung kann Stress abbauen, die Schlafqualität verbessern und depressiven Verstimmungen entgegenwirken. Bereits 20 bis 30 Minuten moderates Training zeigen spürbare Effekte auf die Stimmung.

Immunsystem

Moderate Ausdauerbelastungen stärken die Immunabwehr. Wer regelmäßig trainiert, leidet seltener an Erkältungen und Infekten. Wichtig ist, das Training bei akuten Infekten auszusetzen, da intensive Belastung das Immunsystem kurzfristig schwächen kann.

Trainingsplan: Vom Einsteiger zum Fortgeschrittenen

Woche 1 bis 4: Einstiegsphase

  • Häufigkeit: 3 Einheiten pro Woche
  • Dauer: 20 bis 25 Minuten
  • Intensität: 60 bis 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz
  • Geräte: Laufband oder Crosstrainer im Wechsel
  • Pause: Mindestens ein Ruhetag zwischen den Einheiten

Woche 5 bis 8: Aufbauphase

  • Häufigkeit: 3 bis 4 Einheiten pro Woche
  • Dauer: 30 bis 35 Minuten
  • Intensität: 65 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz
  • Ergänzung: Eine Einheit Intervalltraining pro Woche (6 bis 8 Intervalle mit je 2 Minuten Belastung und 2 Minuten Erholung)

Woche 9 bis 12: Leistungsphase

  • Häufigkeit: 4 Einheiten pro Woche
  • Dauer: 35 bis 50 Minuten
  • Intensität: 70 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz
  • Ergänzung: Zwei unterschiedliche Geräte pro Woche nutzen, eine HIIT-Einheit ergänzen

Ausdauertraining und Krafttraining kombinieren

Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining bietet die besten Ergebnisse für die Gesamtfitness. Die aktuelle Sportwissenschaft empfiehlt, beide Trainingsformen in den Wochenplan zu integrieren. Dabei gilt:

  • Ausdauer vor Kraft: Wenn Ausdauer dein Hauptziel ist, trainiere Cardio vor dem Krafttraining.
  • Kraft vor Ausdauer: Wenn Muskelaufbau im Vordergrund steht, beginne mit dem Krafttraining.
  • Getrennte Tage: Die effektivste Methode ist, Ausdauer und Kraft an verschiedenen Tagen zu trainieren, um Übermüdung zu vermeiden.

Mehr zu diesem Thema findest du im Artikel Cardio vs. Krafttraining.

Ausdauertraining im Freien

Nicht jedes Ausdauertraining muss im Studio stattfinden. Outdoor-Training bietet eigene Vorteile:

  • Joggen und Nordic Walking: Der Klassiker unter den Ausdaueraktivitäten. Frische Luft, wechselnde Untergründe und natürliche Steigungen machen das Training abwechslungsreich. Feste Laufschuhe mit guter Dämpfung sind die einzige notwendige Ausrüstung.
  • Radfahren: Ob Straße, Wald oder Radweg-Radfahren belastet die Gelenke minimal und lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Der Arbeitsweg per Rad ersetzt bereits eine Trainingseinheit.
  • Schwimmen: Ganzkörpertraining mit minimalem Verletzungsrisiko. Kommunale Schwimmbäder bieten oft günstige Jahreskarten an.
  • Wandern: Längere Wanderungen mit moderatem Tempo trainieren die Grundlagenausdauer und fördern die mentale Erholung. Bergauf-Passagen steigern die Intensität spürbar.

Die Kombination aus Studio- und Outdoor-Training sorgt für Abwechslung und trainiert den Körper unter verschiedenen Bedingungen.

Praktische Tipps für effektives Ausdauertraining

  1. Herzfrequenz überwachen: Ein Brustgurt oder eine Fitnessuhr hilft, die Intensität im optimalen Bereich zu halten. Trainiere überwiegend im aeroben Bereich (60 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz) und steigere die Intensität nur punktuell. Details findest du im Artikel zu Herzfrequenzzonen-Training.
  2. Abwechslung einbauen: Wechsle regelmäßig zwischen verschiedenen Geräten und Trainingsformen. Das verhindert einseitige Belastung und hält die Motivation hoch.
  3. Regeneration respektieren: Mindestens ein Ruhetag zwischen intensiven Einheiten gibt dem Körper Zeit zur Anpassung. Leichte Aktivitäten wie Spazierengehen oder sanftes Stretching sind an Ruhetagen ideal.
  4. Ernährung anpassen: Zwei bis drei Stunden vor dem Training eine leichte, kohlenhydratreiche Mahlzeit zu dir nehmen. Nach dem Training innerhalb von 30 bis 60 Minuten Proteine und Kohlenhydrate zuführen.
  5. Fortschritte dokumentieren: Ein Trainingstagebuch oder eine App hilft, Fortschritte zu erkennen und die Motivation aufrechtzuerhalten.
  6. Trainingspartner suchen: Gemeinsames Training erhöht die Verbindlichkeit und macht mehr Spaß. Viele Studios bieten Gruppenkurse an, die genau diesen Effekt nutzen.

Kosten und Ausrüstung

Eine durchschnittliche Fitnessstudio-Mitgliedschaft liegt zwischen 20,00 und 50,00 Euro pro Monat. Discounter-Studios beginnen bei rund 20,00 Euro, Premium-Studios mit umfangreichem Kursangebot kosten bis zu 60,00 Euro monatlich. Einen umfassenden Kostenvergleich bietet der Artikel zu Fitnessstudio-Kosten.

Einzelkurse zum Ausdauertraining kosten meist 10,00 bis 20,00 Euro pro Einheit bei externen Anbietern. Personal Training für individuelle Ausdauerplanung liegt bei 60,00 bis 100,00 Euro pro Stunde.

Für die persönliche Ausrüstung solltest du einplanen:

  • Laufschuhe: 80,00 bis 150,00 Euro (wichtig für Dämpfung und Gelenkschutz)
  • Fahrradergometer für zu Hause: 300,00 bis 1.000,00 Euro
  • Nordic-Walking-Stöcke: 30,00 bis 70,00 Euro
  • Pulsuhr: ab 50,00 Euro für Herzfrequenzmessung

Für ein umfassendes Trainingsprogramm reichen die Geräte im Studio vollkommen aus, sodass du keine zusätzliche Ausrüstung kaufen musst. Wer die Kondition grundlegend aufbauen möchte, kann mit einer günstigen Mitgliedschaft und den vorhandenen Geräten starten. Viele Studios bieten zudem Probetrainings an, damit du die Geräte vor einer Mitgliedschaft testen kannst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft sollte ich pro Woche Ausdauertraining machen? Für Anfänger sind drei Einheiten pro Woche optimal, wobei jede Einheit 20 bis 30 Minuten moderater Belastung umfasst. Fortgeschrittene können auf vier bis fünf Einheiten mit 30 bis 50 Minuten steigern.

Kann ich Intervalltraining in mein Programm integrieren? Ja, Intervalltraining verbessert die VO2max besonders schnell. Füge ein bis zwei Minuten intensive Belastung ein, gefolgt von zwei bis drei Minuten Erholung. Eine Intervalleinheit pro Woche reicht für Einsteiger aus.

Sind Laufbänder effektiver als Crosstrainer? Beide sind effektiv. Laufbänder bieten eine höhere Belastungsintensität und verbrennen tendenziell mehr Kalorien. Crosstrainer senken die Gelenkbelastung und eignen sich besser für Personen mit Gelenkproblemen. Die Wahl hängt von deiner Fitness, deinen Zielen und eventuellen Vorerkrankungen ab.

Was kostet ein hochwertiges Rudergerät? Ein Rudergerät für den Heimgebrauch kostet 400,00 bis 800,00 Euro. Professionelle Studiogeräte liegen bei 1.000,00 bis 1.500,00 Euro. Für das Rudertraining bietet sich aber auch die Nutzung im Studio an.

Ab wann merke ich Fortschritte beim Ausdauertraining? Bei regelmäßigem Training zeigen sich erste Verbesserungen nach drei bis vier Wochen. Der Ruhepuls sinkt, die Belastbarkeit steigt und du erholt dich schneller. Nach acht bis zwölf Wochen sind deutliche Leistungssteigerungen messbar.

Fazit

Ausdauertraining verbessert Herz, Lunge und Wohlbefinden nachhaltig. Mit klaren Zielen, geeigneten Geräten und einem moderaten Trainingsplan erzielst du schnell spürbare Fortschritte. Ob auf dem Laufband, dem Crosstrainer, beim Rudern oder beim Joggen im Freien-regelmäßiges Training ist der Schlüssel zu mehr Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Der Einstieg ist einfach und erfordert nur minimale Investitionen. Bereits mit einer günstigen Studiomitgliedschaft hast du Zugang zu allen notwendigen Geräten und profitierst von professioneller Anleitung. Vergleiche Studios in deiner Nähe und starte dein Ausdauertraining noch heute.

Thomas Berger

Thomas Berger

Fitness- & Gesundheitstrainer (B.Sc. Sportwissenschaft)

Thomas Berger ist zertifizierter Fitness- und Gesundheitstrainer mit einem Bachelor in Sportwissenschaft. Er bewertet Fitnessstudios nach Trainingsangebot, Geräteausstattung und Betreuungsqualität.

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